Bezahlter Unsinn

09.07.2009

Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis,ein Werbeverbot in den öffentlich-rechtlichen Medien seiverfassungswidrig. Artikel 5 schütze die Meinungsfreiheit und damitdas Recht auf Werbung.

Das würde dann also bedeuten, dassjeder Hausbesitzer an seiner Fassade Plakate erdulden muss, wenn erdafür bezahlt wird. Die werbefreien Jugendsender deröffentlich-rechtlichen Sender werden jetzt bestimmt alle verklagt.

Allerdings: Im Grundgesetz steht auch,dass mir niemand etwas aufzwingen darf. Wenn dieöffentlich-rechtlichen Sender ihre „Plakatwände“ abbauen, dannist das deren freies Entfaltungsrecht, das ich als Werbetreibenderakzeptieren muss. Werbung für Zigaretten lehnen sie ja schon jahrelang ab, was dem Gutachten zufolge ein Verstoß gegen Artikel 5 wäre. Die Tabak-Industrie könnte sich Prozesse für die Meinungsfreiheit sicher leisten. Warum hat sie die nicht geführt?

Da die öffentlich-rechtlichen Sendersich momentan nur sehr eingeschränkt „erkennbar von den Privatenunterscheiden“, wäre ein Werbeverbot ein erster Schritt, das zuändern. Wenn dadurch z.B. der Absatz derRentnerbravo fällt, hättedas womöglich sogar einen Effekt auf die Gesundheitskosten – jedes Ding hat seine zwei Seiten … .

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